Eingebürgert …

Nachdem wir nun doch schon eine Weile in Schweden wohnen und manche Dinge immer mal wieder ein bisschen aufgeschoben haben, haben wir es gemäß dem Motto – Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – jetzt doch gemacht.

Wir haben mein Auto „eingebürgert“. Die Vorgehensweise dafür ist leider mal wieder (ganz EU) nicht ganz klar. Die eigentlich richtige Vorgehensweise geht so (und erklärt auch, warum wir uns mit der „Einbürgerung“ des Autos so lange Zeit gelassen haben)

1.) Das Auto muss zuerst in Österreich abgemeldet werden, da in Schweden beide Zulassungsscheine im Original eingezogen werden. Ein Abmeldung ohne Zulassungsscheine in Österreich ist nur schwer möglich. Prinzipiell kann man sich dann auch von der schwedischen Behörde (Transportstyrelse) eine Bestätigung schicken lassen, dass sie die Zulassungsscheine eingezogen haben, und damit sollte dann auch eine Abmeldung in Österreich möglich sein – wie gesagt sollte – und darauf wollte ich mich dann doch nicht verlassen 😉

2.) In Schweden schickt man dann die nötigen Papiere (Formular, Zulassungen, etc.) zum Transportstyrelsen, und dann erhält man (nach angemessener Bearbeitungszeit) und natürlich nach dem obligatorischem Bezahlen des Obolusses (700 SEK) einen Bescheid, dass das Auto prinzipiell eingebürgert werden kann.

3.) Buchen einer Registrierungsbesichtigung bei einem dafür vorgesehenen Unternehmen. Leider gibts das mal wieder nicht bei uns (oder ich muss sagen nicht mehr, weil früher gab es das – es ist nur Reorganisationsmaßnahmen zum Opfer gefallen) sondern die nächste Möglichkeit ist in MORA (ca. 150 km südlich)

4.) Man schaut sich um eine zeitweilige Versicherung für diesen Tag um, weil ohne Versicherung darf man nicht fahren – ist schon komisch genug ganz ohne Nummerntafel einen so weiten Weg zu fahren.

5.) Man fährt also dahin und checkt dann vor Ort bei einem Automaten ein, der den Leuten sagt, dass man den Termin auch wahrnimmt – das sollte man unbdingt nicht vergessen, sonst ist der weite Weg eventuell umsonst. 🙁 – Dann wartet man …. und wartet … und wartet, und dann fährt man in die Halle und das Auto wird unter die Lupe genommen, aber eigentlich schauen sie nur, ob alle Nummern dort sind, wo sie zu vermuten sind (Also: Motornummer, Chassinummer, wer weiß was noch für Nummern…), dann dauert es etwa 20 Minuten und man bekommt eine Registrierungsnummer — Jippppiiiieee (dachte ich)…dann wurde mir gesagt, dass man jetzt noch eine Verkehrstüchtigkeitsüberprüfung (das ist das Pickerl bei uns) machen muss :(. Außerdem muss natürlich vorher wieder mal was bezahlt werden, in dem Fall dann 1700 SEK für das Abmessen und darauffolgende Anfordern einer Registrierungsnummer 🙁

6.) Also mal wieder warten …  und warten … und warten … und dann wird das Auto (jetzt schon mit dem neuen Kennzeichen) aufgerufen – also wieder rein in die Halle 🙂 – es beschleicht einen ein leichtes Gefühl von Deja Vu – aber egal. Jetzt schaut sich ein anderer Mitarbeiter (in dem Fall eine Mitarbeiterin … Gleichberechtigung wird in Schweden groß geschrieben) das Auto von neuem an – also andere Dinge (Bremse und dergleichen) und dann habe ich es wirklich geschafft – das Auto hat eine Nummer (zumindest eine virtuelle, die richtigen werden heim geschickt) und ist außerdem verkehrstüchtig – Jipppppiiiieeee (die zweite und diesmal richtig). Natürlich muss vor der großen Freude wieder was bezahlt werden (auch das gibt einem auf der einen Seite ein Deja Vu gefühl – auf der anderen Seite wohl das gefühl, dass man heute kräftig Federn lassen muss) – diesmal sind’s aber nur 390 SEK.

Das Ganze hat schlappe 2 Stunden gedauert, und jetzt wird es inzwischen schon wieder schön schummrig (weil die Sonne sich ja quasi schon gegen 2 Uhr hinter den Horizont verzieht) und das ist gut so, denn immer noch liegen 150 km ohne Nummerntafel vor mir, und es ist ein gutes Gefühl wenn einen keiner dabei sieht 🙂

Auf jeden Fall dauert das ganze Vorgehen einige Zeit, und derweilen ist man ohne Auto – und das geht da wo wir wohnen nicht wirklich lange gut. Deshalb haben wir uns vorher einen Volvo gekauft, der uns in der Zwischenzeit als Transportmittel dienen kann.

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